Nachhaltiger Online-Versand

Wie nachhaltig ist eigentlich Onlineshopping und was kann man tun, um als Verbraucher nachhaltiger einzukaufen?

Onlineshopping hat keinen guten Ruf, denn Verpackungsmüll, Retouren und die damit verbundenen Transportwege kosten Ressourcen und Energie. Studien, die Onlineshopping mit dem Kaufen im Ladengeschäft gegenüberstellen, vergleichen deswegen die Distanzen und die Auslastungen, die hinter Lagerung, Transport und Verpackung stehen. Was die meisten überrascht, ist, dass Onlineshopping in den Studien, bezogen auf die Klimawirkung, also die CO2-Emissionen, tatsächlich überwiegend besser abschneidet.
Onlineshopping ist effizienter bei der Lagerung und Kommissionierung, während man im stationären Handel auch noch die Fahrt des Konsumenten zum Geschäft und den hohen Stromverbrauch für das Ladengeschäft berücksichtigen muss. Onlineshopping ist erst dann nicht mehr nachhaltiger, wenn Retouren entstehen, die dann vernichtet werden, was leider immer noch in einigen kommerziellen Shops passiert. Man kann die Ergebnisse nicht pauschalieren, denn wie so oft im beim Thema Nachhaltigkeit hängen sie von vielen Faktoren ab. Wichtig zu wissen ist aber, dass der Versandhandel nicht so schlecht ist, wie sein Ruf.

Welche Rolle spielt dabei die Verpackung?

In Deutschland verbrauchen wir etwa 800.000 Tonnen Versandpackungen aus Papier, Pappe, Karton oder Kunsstoff, Tendenz steigend. Und trotzdem spielt die Verpackung im Lebenszyklus eines Produktes eine eher untergeordnete Rolle. Eine wichtiger Faktor ist, ob die Verpackung gut entsorgt werden kann, also ob z.B. eine Recyclingstruktur besteht. Je weniger Verpackung, desto besser. Hier ist die Lösung ganz klar: Mehrwegverpackung! Die Lösung ist, ein Mehrwegsystem für Versandverpackungen flächenübergreifend zu etablieren. Das Unternehmen RePack hat sich genau das zur Aufgabe gemacht. RePack ist eine intelligent designte Mehrwegversandtasche aus recyceltem Kunststoff, welche vom Endkunden einfach über die Post wieder zurückgesendet werden kann. Dadurch kann man gegenüber herkömmlichen Versandverpackungen bis zu 80 Prozent CO2 und 96 Prozent Verpackungsmüll einsparen. Wir von Avocadostore finden, das ist einen Versuch wert!

Was macht Avocadostore um den Online-Versand nachhaltiger zu gestalten und CO2-Emissionen zu senken?

Seit unserer Gründung sind wir im Austausch mit Verpackungsspezialisten, Logistikern, Versanddienstleistern und natürlich mit den Marken, die auf Avocadostore verkaufen. Ziel ist es, als Gemeinschaft zu zeigen, dass ein nachhaltiger Weg im Versandhandel möglich ist. Beispielsweise verwenden wir beim Versenden unserer Eigenhandelsprodukte und vieler Marken bereits recycelte Materialien für die Verpackungen und verwenden so oft wie möglich Kartons mehrmals. Wo es das Produkt erlaubt, verschicken wir so oft wie möglich ohne Plastik und nutzen für den Versand DHL GoGreen. Wusstest du, dass wir unsere Pakete und die unserer Anbieter, sogar inklusive aller Retouren klimaneutral versenden? D.h. wir kompensieren den CO2-Ausstoss des gesamten Paketversandes bei Avocadostore, indem wir Bäume in einem Waldschutzprojekt in den deutschen Alpen pflanzen.

Das reicht uns aber noch nicht. Wir wollen noch einen Schritt weiter gehen: Wir gehören zu einer der ersten Online-Plattformen, die am praxPACK-Projekt beteiligt sind. Im Rahmen dieses mehrjährigen Forschungsprojektes, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, testet Avocadostore die oben genannten Mehrwegversandtaschen von RePack in der Praxis. Dabei werden die Erfahrungen und Ergebnisse systematisch aufbereitet und dann auch den kommerziellen eCommerce-Shops zur Verfügung gestellt. Je mehr später Mehrweg-Versandtaschen nutzen, desto höher der Impact. Ziel ist es, eine nachhaltige Lösung im gesamten Versandhandel zu etablieren.

Im August 2020 läuft der erste Testlauf, d.h. circa 2.000 Pakete aus unserem Eigenhandel werden dann mit dem RePack-Mehrwegsystem verschickt. Als Kunde*in kann man im Check-Out-Prozess selbst entscheiden, ob man für die Mehrwegversandtasche etwas höhere Versandkosten in Kauf nimmt oder nicht. Im Test sollen folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wie können die RePack-Versandtaschen langfristig bei Avocadostore eingeführt werden?
  • Sind sie praktikabel und auch rentabel?
  • Wie ist die Akzeptanz bei unseren Kunden? Werden die Taschen in den Umlauf gebracht oder behalten? Und wie viel Mehrkosten können berechnet werden?

Wir sind sehr gespannt, wie das Pilotprojekt ankommt und freuen uns auf euer Feedback!

Zum Schluss noch unsere 3 Tipps, für nachhaltigeres Onlineshoppen:

  • Überlegt konsumieren
  • Retouren vermeiden, auf Auswahlbestellungen so oft wie möglich verzichten
  • Lieber gebündelt kaufen (also gleich 2 Paar Socken und nicht 2x 1 Paar)

Letzteres gilt auch für das Kaufen im Ladengeschäft: einzelne Einkaufsfahrten vermeiden, wenn möglich nicht mit dem PKW für einzelne Produkte losfahren, sondern besser 1x wöchentlich den Großeinkauf erledigen. Wer dann noch auf Tüten verzichtet und selbst Kisten oder Taschen mitbringt, tut schon mal einiges für grüneres Einkaufen.