Erster Klimakipppunkt erreicht

2025 hat die Erde den ersten Klimakipppunkt erreicht. Was das genau bedeutet, welche verheerenden Folgen das haben kann und wie diese noch abgewendet werden könnten, erfährst du hier.

Was sind Klimakipppunkte?

Kurz gesagt: Es sind die Punkte, an denen Systeme unserer Erde endgültig aus dem Gleichgewicht geraten. Ab diesen Punkten verstärken sich die Prozesse rasant selbst. Kipppunkte gibt es sowohl in regionalen Systemen wie Gletschern und Korallenriffen als auch an globale Schaltstellen wie großen Meeresströmungen oder Eisschilden.

Auf der Weltklimakonferenz warnte der Frankfurter Klimaforscher Nico Wunderling: "Dadurch, dass wir jetzt eineinhalb Grad überschreiten werden, bringen wir entscheidende Kipppunkte des Erdsystems in Gefahr. Und das ist der Amazonas-Regenwald. Das ist der Golfstrom als Teil der atlantischen Umwälzzirkulation oder auch Eisschilde auf Grönland oder der Antarktis.“

Was sind die Folgen?

Kippen solche Systeme, sind die Folgen irreversibel wirken wie in einem Schneeballsystem und betreffen Ökosysteme, Wetterextreme, Nahrungssicherheit und damit auch unser Leben. Der erste Klimakipppunkt, den wir nun erreicht haben, betrifft die Warmwasserkorallen.

Berechnungen zufolge werden drei Viertel bis 99 Prozent der Korallen absterben. Dadurch gehen die Fischbestände zurück, Küsten werden verletzlicher gegenüber Sturmfluten – und beides trifft wiederum Menschen, die von der Fischerei und/oder an den Küsten leben.

Was können wir tun?

In Paris wurde 2015 eine Höchstgrenze von 1,5 globaler Erwärmung beschlossen – doch darüber werden wir hinausschießen. "Wir müssen schauen, dass wir so schnell wie möglich die Emissionen auf Null kriegen und dann sogar negativ werden. Das heißt also, ein Überschreiten der 1,5 Grad müssen wir zum Ende des Jahrhunderts wieder auf unter 1,5 Grad zurück führen“, fordert Nico Wunderling.

Das wäre dann vielleicht gerade noch rechtzeitig, um Katastrophen ungeahnten Ausmaßes durch Überschreiten von Kipppunkten zu verhindern. Natürlich können wir alle unseren Teil dazu beitragen, unsere CO2-Emissionen so gering wie möglich zu halten, nachhaltig zu leben. Doch vor allem sind Politik und Wirtschaft hier gefragt, denn nur sie können die ganz großen Hebel bewegen.