Warum ist Plastik ein Umweltproblem?

Wie Plastik entsteht, warum es so lange bleibt – und weshalb wir dingend weniger davon verwenden sollten. Alle wichtigen Fakten im Überblick.

Die meisten Kunststoffe werden auf Basis von Erdöl produziert.

Der fossile Rohstoff ist eine endliche Ressource. Die Herstellung von Kunststoffen aus Erdöl ist sehr energieintensiv und verursacht eine Menge CO2. Einmal in der Umwelt gelandet, bleibt Plastik dort über Jahrhunderte. Es zersetzt sich dort nicht biologisch, sondern zerfällt in immer kleinere Partikel: sogenanntes Mikroplastik. Seit 1964 hat sich die Produktion von Plastik verzwanzigfacht, im Jahr 2019 waren es etwa 370 Millionen Tonnen. Nicht mit eingerechnet sind hier synthetische Fasern und synthetischer Kautschuk, die machen noch mal etwa 30 Millionen Tonnen aus. 400 Millionen Tonnen Kunststoff werden jedes Jahr produziert.

Plastik gelangt in die Umwelt

Etwa ein Drittel des Plastik-Verpackungsmülls gelangt unkontrolliert in die Umwelt. Eine Plastiktüte braucht etwa 20 Jahre im Meer bis sie sich zersetzt hat. Eine PET-Flasche etwa 450 Jahre. Dann sinkt beides in Form von Mikroplastik auf den Grund. Global schätzt man die Menge von Mikroplastik, die durch Zerfall entsteht, auf 150.000 Tonnen in Flüssen und 100.000 Tonnen in den Meeren. Über Nahrung, Luft und Hautkontakt nimmt, einer Studie des australischen WWF zufolge, jeder Mensch etwa fünf Gramm Mikroplastik pro Woche auf – das entspricht dem Gewicht einer Kreditkarte.

Von wegen Recycling

Ein Großteil des Kunststoffs wird verbrannt oder auf Deponien verbracht – oder landet eben im Meer. Zwar wird in Deutschland immer mehr recycelt (mittlerweile etwa 35 Prozent des Plastikmülls), doch solange eine Neuproduktion von Plastik so günstig ist, ist das kein Weg der sich richtig durchsetzt. Oft ist außerdem die Trennung der verschiedenen Bestandteile zu kostenintensiv.

Natürlich ist Plastik nicht grundsätzlich schlecht: es hat geholfen, Technik und Medizin auf den Stand zu bringen, auf dem wir heute sind. Viele Innovationen wären ohne Plastik nicht möglich gewesen. Problematisch ist vor allem das unnötige, kurzlebige Plastik in Verpackungen oder Einwegprodukten: das macht rund 40 Prozent der 400 Millionen Tonnen pro Jahr aus!


Quellen: WWF, Statista, Europarl.