Wie hat sich die Haltung zum Black Friday entwickelt?

Als Deutschlands größter nachhaltiger Marktplatz beobachten wir seit einigen Jahren, wie sich die Haltung zum Black Friday in der Nachhaltigkeitsbranche entwickelt, und sind uns zugleich des wirtschaftlichen Drucks auf viele Unternehmen bewusst. Wir haben unsere Händler*innen gefragt, wie sie den Black Friday sehen: Für manche stellen Rabatte eine Chance dar, für andere ist der Black Friday eher eine Belastung. Manche Händler*innen gewinnen über Rabattaktionen Neukund*innen für ihre nachhaltigen Nischenprodukte andere setzen auf langfristige Reduzierungen. Im Kern ist das Ziel all unserer Händler*innen nachhaltigere Produkte und bewussten Konsum zu fördern. Hier liest du die einzelnen Meinungen!

“Grundsätzlich stehen wir für bewussten Konsum und gegen die Rabattschlachten rund um den Black Friday. Wir möchten unsere Kundinnen und Kunden dazu ermutigen, langlebige Produkte zu kaufen, die mit Verantwortung hergestellt werden – und nicht aus reiner Gewohnheit oder wegen kurzfristiger Preisaktionen. Deshalb beteiligen wir uns nicht an Black-Friday-Aktionen und bieten keine zusätzlichen Rabatte an diesem Tag an. Wir finden es viel sinnvoller, faire Preise über das ganze Jahr hinweg zu halten.”
- Singulaar

“Der E-Commerce steckt in einer so tiefen Krise, dass es für die meisten Brands leider existenzbedrohend ist, nicht beim Black Friday mitzumachen.”
- Little Bee Fresh

“Zum Black Friday reduzieren wir ausgewählte Schmuckstücke aus vergangenen Kollektionen – so schaffen wir Platz für Neues und geben auch den letzten Einzelstücken eine Chance, getragen zu werden.“
- Spirit of Island

“Wir sehen den Black Friday und die damit verbundenen Rabattaktionen grundsätzlich kritisch, da sie häufig zu übermäßigem und unüberlegtem Konsum anregen. Für uns ist es wichtiger, Kund:innen zum bewussten und nachhaltigen Einkauf zu motivieren. Wenn wir Rabatte anbieten, dann vor allem, um unsere Produkte für mehr Menschen zugänglich zu machen – nicht, um den Konsumdruck zu erhöhen.”
- GORG

Statt der Black Week macht Matona seit mehreren Jahren eine Social Week, bei der die Brand soziales Engagement unterstützt: “Mit unserer Social Week möchten wir zeigen, dass bewusster Konsum und soziales Engagement Hand in Hand gehen können. Dieses Jahr unterstützen wir die Sonneninsel in Seekirchen, einen Ort der Kraft und Hoffnung für Familien mit schwer kranken Kindern. Jeder Einkauf wird doppelt wertvoll – mit 20 % Rabatt für unsere Community und 5 Euro Spende pro Bestellung für das Herzensprojekt.”
- Matona

Kultgut setzt sich für den Green Friday statt dem Black Friday ein. Mit den Sweatern Non-dairy milk und More Love unterstützt die Brand PETA und Amnesty International – für Tierwohl, Menschenrechte und eine grünere Zukunft: “Wir nennen den Black Friday: Green Friday. Denn der Green Friday stellt eine gute Alternative zum Black Friday dar und fördert einen nachhaltigeren und bewussteren Ansatz beim Einkaufen. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig Alternativen anzubieten.”
- Kultgut

“Wir sehen es kritisch, das gesamte Sortiment um xx Prozente zu rabattieren. Wir finden, dass hohe Rabatte vor allen Schnäppchenjäger anziehen und wenig für die Markenbindung tun. Wir setzen bei uns auf Markenidentität, Qualität und Kundenbindung, weswegen dieser Preisfokus den langfristigen Markenwert eher untergraben kann. Für einzelne Produkte Rabatte anzubieten, finden wir dagegen total in Ordnung, weil wir verstehen, dass sich vielleicht auch nicht jede:r unsere Artikel zu den regulären Preisen leisten kann.”
- Lille mus

“Wir sehen Black Friday als sehr relevanten Anlass für Konsument:innen, zu einem vergünstigten Preis zu shoppen. Tatsächlich ist dies auch für nachhaltige Brands mit “besonderen Produkten” (z.B. Upcycling-Produkten) eine Chance, Neukund:innen zu gewinnen, die die Produkte vergünstigt ausprobieren und zu Stammkund:innen werden."
- MOOT

“Auch wir beobachten die Entwicklung rund um Rabattaktionen im nachhaltigen Handel mit gemischten Gefühlen. Einerseits wissen wir, dass viele Menschen durch solche Aktionen die Möglichkeit bekommen, bewusste Produkte zu einem günstigeren Preis zu entdecken. Andererseits möchten wir keinen zusätzlichen Konsumdruck erzeugen oder den Wert fair produzierter Waren schmälern. Bei HanfHaus steht langfristige Qualität, nachhaltige Rohstoffe und faire Zusammenarbeit mit unseren PartnerInnen im Mittelpunkt. Deshalb setzen wir bewusst auf transparente, ehrliche Preise über das ganze Jahr hinweg und nutzen Aktionen nur dort, wo sie sinnvoll sind, etwa um saisonale Bestände auszugleichen oder neue KundInnen auf nachhaltige Alternativen aufmerksam zu machen.”
- HanfHaus

“Auch wenn wir Nachhaltigkeit leben, wissen wir, dass viele Kund*innen rund um Black Friday aktiv auf Angebote achten. Wir nutzen diese Zeit, um Lagerware zu reduzieren und Platz für neue Kollektionen zu schaffen – aber ohne Preisdumping oder Wegwerfmentalität. Unser Ziel bleibt: faire Preise, faire Produktion.”
- BW Trading GmbH

Honest Basics setzt sich gemeinsam mit Influencer:innen für nachhaltigen Konsum und den Slow Friday statt dem Black Friday ein. Trotzdem würde die Brand lieber auf Rabatte verzichten: “Slow-Friday-Rabatte sind für uns ein notwendiges Übel. Wir machen das nicht gerne, da wir keinen unnötigen Konsum fördern wollen. Aber als kleine nachhaltige Marke können wir es uns nicht leisten, das größte Shopping-Event des Jahres zu ignorieren. Vor einigen Jahren haben unsere Slow Friday-Verkäufe uns vor dem Bankrott bewahrt. Also haben wir gelernt, diese Woche zu akzeptieren, und einige Strategien entwickelt, um die schlimmsten Folgen des Preiskampfs zu vermeiden.”
- Honest Basics

“Wir haben bisher bewusst nicht am Black Friday teilgenommen. Aus unserer Sicht entsteht an diesem Tag oft ein Kaufdruck, der Menschen dazu bringt, Dinge zu bestellen, die sie gar nicht wirklich brauchen oder möchten – aus Angst, ein vermeintlich gutes Angebot zu verpassen. Wir möchten zu einem bewussten Konsum beitragen. Deshalb bieten wir über das Jahr verteilt ausgewählte Rabattaktionen an, die mehrere Tage laufen und sich gezielt an Kund:innen richten, die sich schon länger eines unserer Produkte wünschen, es sich aber zum regulären Preis nicht leisten können oder möchten.”
- BEMENTI

“Wir machen beim Black Friday nicht mit. Da wir die meisten Produkte, mit entsprechendem Aufwand, selbst herstellen sind zu viele Rabattaktionen nicht gut für uns. Letztendlich müssten wir unsere Preise erhöhen.”
- Cmig

“Nach 15 Jahren Spa Vivent sehen wir, dass der Black Friday längst mehr ist als nur ein Tag voller Rabatte. Er ist zu einem festen Moment im Jahr geworden, an dem viele Menschen – bewusst oder unbewusst – ihre Kaufentscheidungen treffen. Ganz außen vor zu bleiben, würde sich da für uns nicht richtig anfühlen. Aber: Wir machen es auf unsere Art. Ohne Hektik, ohne Druck – dafür mit Herz, Achtsamkeit und dem gleichen Anspruch an Qualität wie immer. Unsere Produkte entstehen mit viel Liebe, Sorgfalt und Verantwortung gegenüber Menschen, Natur und unseren Partner*innen. Deshalb bleibt unsere Haltung klar: Aktionen ja – aber immer in einem Rahmen, der sich gut anfühlt. Für uns bedeutet der Black Friday: bewusst Einkaufen statt sich mitreißen zu lassen, Freude statt Stress und ehrliche Wertschätzung statt Massenrabatte.”
- Spa Vivent

“Nachhaltigkeit bedeutet für uns nicht nur die Art der Produktion und die verwendeten Materialien – sie prägt auch, wie wir arbeiten und sogar, wie wir unsere Preisaktionen gestalten. Wir fördern bewusstes Einkaufen und setzen auf faire Preise sowie langfristige Aktionen, statt auf kurzfristige Black-Friday-Rabatte.”
- ORGANICATION