Nachhaltiges Weihnachten

Ja, ist denn schon wieder Weihnachten? Draußen ist es dunkel, das Jahr geht zu Ende, und drinnen machen wir es uns gemütlich, beschenken uns und kommen mit Freunden und Familie zusammen. Für viele gehören ein Tannenbaum, weihnachtliche Dekoration, Düfte und Geschenke zum Fest. Wie lässt sich Weihnachten aber so nachhaltig wie möglich gestalten, ohne dabei komplett auf diese kleinen Freuden zu verzichten?

„O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter“?

Der Lieblingsbaum der Deutschen ist die Nordmanntanne – die in großen Monokulturen angebaut wird und nur mit Pestiziden so schön regelmäßig wächst und grün wird. Ursprünglich kommt sie in unserem heimischen Wald nicht vor, sie wird in großen Weihnachtsbaum-Plantagen aufgezogen.
Greife lieber zu einer heimischen Kiefer oder Fichte – und achtet auf eines der folgenden Bio-Siegel: Bio, Bioland, Naturland, FSC oder PEFC. Oder kauft einen Baum beim örtlichen Forstbetrieb – ohne langen Transportweg, und im besten Fall erstehst du einen Weihnachtsbaum, der sowieso gefällt werden musste, um das Ökosystem Wald in Balance zu halten.
Du kannst aber auch einen Christbaum im Topf mieten oder kaufen. Entweder wird er nach den Festtagen wieder zurückgeschickt oder aber du pflanzt ihn selbst ein. Aber dann musst du dich auch um ihn kümmern, so lange er im Wohnzimmer steht: ausreichend gießen und möglichst nicht direkt an die Heizung stellen.
Es geht natürlich auch ohne „echten“ Baum – da sind dir bei der Gestaltung keine Grenzen gesetzt: Du kannst eine Baum-Silhouette nur aus Lichterketten an die Wand hängen, mit Zweigen und Ästen arbeiten, leere braune und grüne Flaschen aufbauen etc.

„Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen“

Es ist schön, die Wohnung weihnachtlich zu dekorieren. Nachhaltig und natürlich gelingt das zum Beispiel, wenn du auf Spaziergängen die Augen aufhältst und kleine Zweige, Früchte wie Kastanien und Walnüsse oder Fichten- und Lärchenzapfen einsammelst. Zu Hause kannst du dann aus Papier (achte darauf, dass du nachhaltiges Papier z.B. mit dem Blaue-Engel-Siegel oder dem FSC-Siegel verwendest) kleine Girlanden oder Sterne basteln. Auch Salzteig eignet sich super, um eigene Anhänger zu basteln. Lichterketten mit LED-Lampen sind am nachhaltigsten, und auch bei Kerzen lohnt es sich, nach ökologischen Alternativen zu greifen.
Der Advent ist auch eine Zeit der sinnlichen Genüsse. Mit getrockneten Orangenschalen, Zimt und Nelken duftet deine Wohnung richtig schön weihnachtlich.

„Morgen, Kinder, wird’s was geben, morgen werden wir uns freun!“

Geschenke! Es ist eine erfüllende Tradition, seinen Liebsten etwas zu schenken, aber schnell wird Weihnachten zur Konsumschlacht. Deshalb prüfe, was und wie viel zu verschenkst. Was passt zu wem? Mache dir Gedanken, was die beschenke Person gebrauchen kann – und achte auf nachhaltige Produkte. Oder verschenke Selbstgemachtes wie leckere Plätzchen, Chutneys, Marmeladen, Pestos. Gutscheine für gemeinsame Momente können zeigen, wie sehr dir jemand am Herzen liegt. Aber einlösen nicht vergessen!
Beim Verpacken gilt: Sei kreativ und vermeide es, Rollen von Geschenkpapier zu kaufen – deren Abfall nach Weihnachten die Mülltonnen verstopft. Nutze Geschenkpapier mehrfach, verwende alte Zeitungen oder Buchseiten, die du anmalen kannst oder z.B. per Kartoffeldruck stempelst. Mit Stoffresten oder Tüchern kannst du Geschenke verpacken – und auch andere Präsente wie T-Shirts, Geschirrhandtücher, Beutel und Bienenwachstücher kannst du super als Verpackung nutzen. Tausche Kunststoffschleifen durch Stoffbänder und Wollresten aus. Frohe Weihnachten!