Nachhaltige Bademode

„Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein“

Ein heißer Sommertag: Nur schnell das Nötigste einpacken, die Lieblingsmenschen aufsammeln und ab ins kühlende Nass. Der amüsante Schlager aus dem Jahr 1951, von Cornelia Froboess gesungen, fasst das perfekt zusammen: Unbeschwertheit, Freude und Ausgelassenheit.
Zu dieser Zeit machte sich quasi noch niemand Gedanken darüber, aus welchem Material der Bikini und die Badehose hergestellt wurden. Oftmals waren es noch Baumwolle und Wolle, aber auch schon synthetische Stoffe wie Perlon und – ab den 60er Jahren – Nylon. Zu deren Herstellung wird Erdöl verwendet. Die Gewinnung hat massive Folgen für die Umwelt. Zudem reiben sich kleine Faserteile der Kleidung ab, die in den Ökokreislauf gelangen: Laut einer WWF-Studie aus dem Jahr 2019 isst jeder Mensch pro Woche ungefähr fünf Gramm Mikroplastik. Das entspricht in etwa einer Kreditkarte.

Neue Hüllen aus alten Netzen

Seit einigen Jahren gibt es ein neues nachhaltiges Material, das sich ganz besonders für Bademode eignet: Econyl. Alte Fischernetze und Teppichreste werden recycelt und zu einem neuen Stoff verarbeitet. Viele dieser ausrangierten Netze finden sich in den Weltmeeren als sogenannte Geisternetze. Sie wurden von den Fischern achtlos in den Ozeanen geworfen und gefährden dort den Lebensraum. Außerdem lösen sie sich langsam auf und setzen Mikroplastik frei. Das wird von den Fischen und anderen Meeresbewohnern geschluckt, und trägt zu den gelangen Jahr für Jahr Abermillionen Tonnen Plastik bei, die Jahr für Jahr in unsere Nahrungskette gelangen. Mittlerweile gibt es etliche Organisationen, die die ausrangierten Netze einsammeln und den Herstellern von Econyl zur Verfügung stellen – eine Nylonfaser, die zu 100 % aus recyceltem Material besteht. Sie ist besonders reißfest, haltbar, wasserabweisend und trocknet schnell – perfekt für Bademode.
Viele nachhaltige Labels produzieren ihre Mode aus Econyl, das in Europa gefertigt wird. So sind die Transportwege kürzer und der CO2-Ausstoß geringer. Zusätzlich achten die meisten auf faire Arbeitsbedingungen und verknüpfen ihre Badekollektionen mit ökologischen und sozialen Anliegen.

Badespaß im Einklang mit der Natur

Doch der Badespaß hört nicht bei einem nachhaltigen Badeanzug, einem fair produzierten Bikini oder einer Econyl-Badehose auf, es gibt noch eine Reihe weiterer Alternativen für den perfekten Sommertag. Bei Sonnencremes lohnt es sich, darauf zu achten, dass keine umweltschädlichen Inhaltsstoffe enthalten sind. Es liegt sich besonders angenehm auf einem Badetuch aus Biobaumwolle, das Picknick kannst du in wiederverwertbare Dosen verpacken und möchtest du deine (am besten selbst gemachte) Brause mit einem Strohhalm schlürfen, tut es entweder ein Heuhalm oder die Alternative aus Glas.