Hausschuhe

Von der Öko- zur In-Schlappe

Wer in den 80er-Jahren Birkenstock-Sandalen trug, hätte sich genauso gut einen Zettel auf die Stirn kleben können, auf dem steht: „Seht her, ich bin ein Öko!“ Wer sie trug, wurde von einem Großteil der Gesellschaft im besten Fall belächelt und als Hippie oder Öko-Spinner betitelt. Ästhetik war ein Begriff, der mit dieser Sandale drein gar nicht in Verbindung stand. Aber das änderte sich in den 2010er-Jahren: Plötzlich tauchten die Modelle in den Metropolen auf, im Sommer lässig kombiniert mit den neuesten Styles. Models trugen sie, souveräne Urbanisten, coole Typen.
Die Sandale ist nicht nur bequem, sondern auch ressourcenschonend. Das wichtigste Material ist der Kork, also die Rinde der Korkeiche, die vorsichtig alle paar Jahre vom Stamm entfernt wird. Es ist ein elastischer Naturstoff, isoliert gegen Wärme und Kälte, dämpft, ist leicht und wächst zu 100 Prozent nach. Zur Weiterverarbeitung verwendet Birkenstock fast ausschließlich lösungsmittelfreie Klebstoffe und Naturlatex, also das Harz von Kautschukbäumen.
Mittlerweile bietet das Unternehmen auch vegane Modelle der traditionsreichen Schlappe an.

Gemütliche Puschen

Wenns zu Hause fußkalt wird, gibt es eine Reihe von weiteren Wärm-Alternativen, die unsere Umwelt schonen. Dabei kommt eine Vielzahl von Materialien infrage.
Filz isoliert und wärmt ganz hervorragend, selbst wenn er nass wird. Gleichzeitig ist er luftdurchlässig, hautfreundlich und elastisch. Aber wie wird er hergestellt? Klassisch wird beim Filzen Wolle mithilfe von Seife, Wasser und Reibung zu einem einheitlichen und reißfesten Stoff verarbeitet.
Als Ausgangsmaterial bieten sich aber auch andere Faserstoffe wie Hanf, Baumwolle und Kokos an, ebenso Kunstfasern wie Polyester. Letzterer ist ein Stoff auf Erdölbasis – und somit umweltschädlich.

Gut zu Fuß: Auf‘s Material kommt‘s an

Deshalb solltest du auf folgende Siegel achten, wenn du dir neue Pantoffeln zulegen willst:

  • Wird Wolle gefilzt oder du möchtest dir ein besonders dickes und warmes Paar Socken zulegen, solltest du auf die beiden Zertifikate Responsible Wool Standard (RWS) und
    kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) bestehen. Nur so ist garantiert, dass die Schafe artgerecht gehalten werden und sie Mulesing-frei leben dürfen.
  • Kaufst du gefilzte Schuhe auf Baumwollbasis, ist das GOTS-Siegel ein guter Ratgeber.
  • Bei Lederprodukten solltest du darauf schauen, dass das Material pflanzlich oder chromfrei gegerbt wurde. Mittlerweile gibt es auch vegane Alternativen, beispielsweise aus Ananasleder.
  • Und zu guter Letzt: Wenn deine Hausschuhe kaputt gehen, lohnt es sich immer auch zu prüfen, ob ein Schuster sie noch mal reparieren kann und du sie weiter nutzen kannst. Das ist wie immer die nachhaltigste Alternative.