Altkleider

Altkleider – Müll, Kleidercontainer oder Second Hand?

So schnelllebig wie unser Alltag ist in fast allen Bereichen auch der Konsum. “Fast Fashion” gilt dabei als tückisches Element, das leider viel zu wenig Beachtung erhält. Die häufig wechselnden Modetrends haben den Wunsch nach günstiger und vielfältiger Kleidung geweckt – die jedoch viel zu oft ebenso schnell im Altkleidersack landet. Doch wie lässt sich das vermeiden? Und welche Option ist letztlich die nachhaltigste, um die Altkleider zu entsorgen?

Wohin mit den alten Kleidern?

Laut dem Konsumkollaps-Report von Greenpeace kaufen deutsche Verbraucher rund 60 Kleidungsstücke im Jahr, nutzen diese im Vergleich zu 15 Jahren zuvor jedoch nur noch halb so lang. Dies wird vor allem mit günstigen Modemarken in Verbindung gebracht, die seit dem Jahr 2000 gewaltig expandierten. Günstige Produktion und Verkaufspreise, prägten die sogenannte “Fast Fashion” bis zu einer Verdopplung der verkauften Kleidungsmenge. “Fast Fashion” erlaubt es nahezu jedem, die aktuellen Modetrends zu günstigen Preisen mitzumachen, leider häufig mit minderer Materialqualität und umweltschädlichen Bestandteilen, von den Herstellungsbedingungen ganz zu schweigen. Die Wertschätzung für die Kleidung sank dabei deutlich und die hohe Produktionsmenge zu niedrigen Kosten wurde durch eine entsprechende Übersättigung mit einer Wegwerfmentalität ergänzt.

Heute sitzen wir vor einem Berg von Modemüll, der als Altkleider nur noch eingeschränkt nutzbar ist. Recycling gibt es durch die vielfältigen Verbund-Materialien, synthetische Rohstoffe und die fehlenden Aufbereitungsmöglichkeiten kaum. Höherwertige Artikel können daher nur im Second Hand Bereich eine weitere Nutzung finden, während viele Artikel schlicht und einfach im Müll oder im Kleidercontainer enden – auch wenn sie grundlegend noch tragbar wären. Denn inzwischen wurde vielfältig bekannt, dass große Mengen der Altkleider aus Containerspenden gar nicht wirklich zur Weiterverwendung genutzt werden. Fast drei Viertel werden von Textilverwertern zu anderen schnelllebigen Produkten verarbeitet. Der Rest wird in Entwicklungsländer ausgeschifft und zu Ramschpreisen verkauft, welche die örtliche Textilien-Branche wiederum gefährden.

Nachhaltigkeit für deine Altkleider

Möchtest du deine Altkleider nachhaltig verwerten, stehen dir mehrere Wege offen. In nahezu jeder größeren Stadt findest inzwischen Tausch-Börsen und Kleider-Flohmärkte, wo du ungenutzte und gut erhaltene Kleidungsstücke zur Weiternutzung anbieten kannst. Zudem findest du in den örtlichen Kleiderkammern die Option der Kleiderspende, in denen hilfsbedürftige Menschen sowie solche mit geringem Einkommen deine gut erhaltenen Kleidungsstücke geschenkt bekommen oder äußerst günstig kaufen können.

Doch schon vor der Entsorgung deiner Altkleider kannst du viel für die Nachhaltigkeit in deinem Alltag tun: Entscheide dich besonders bei Basics deiner Garderobe für hochwertige Mode, beispielsweise für Bio-Mode aus Naturmaterialien. Diese verbessern deinen ökologischen Fußabdruck, je länger du sie verwendest, und bleiben durch die gute Material- und Verarbeitungsqualität länger tragbar. Auch das Recyceln ist bei reinen Naturmaterialien deutlich einfacher. So kannst du mit etwas Geschick durch Upcyclingideen ein altes Lieblingsstück noch einmal für neue Trends zum Einsatz bringen.