Biofabrication einfach erklärt

Klingt ein bisschen nach Science-Fiction, ist aber bereits Realität: Materialien, Produkte und Strukturen aus Bakterien, Zellen, Molekülen und Co. So entstehen organische, nachhaltige Alternativen zu Kunststoffe und andere Materialien. Auch unter dieser Erklärung kannst du dir vielleicht noch nichts Konkretes vorstellen – lies deshalb unbedingt weiter, wir haben spannende Beispiele für den Einsatz von biofabrizierten Objekten für dich gesammelt. Vielleicht nutzt du sogar schon das ein oder andere biofabrizierte Produkt…

Was bedeutet Biofabrikation?

Biofabrikation oder Biofabrication (bio = Leben + fabrication = Herstellung) setzt auf natürliche Prozesse. Das bedeutet, dass wir Dinge nicht mehr künstlich herstellen müssen, sondern sie mit Hilfe von Natur und Biologie wachsen lassen. Ein spannender Zweig der Biofabrication ist das Bioprinting, bei dem Zellen oder Biomaterialien mit 3D-Druckern zu Gewebe und sogar zu Organen aufgebaut werden.

Knorpel und Knochen können so nachgedruckt werden, aber auch im Labor gezüchtete Haut ist keine Zukunftsmusik mehr. Und Medikamente können an künstlichen Organen statt an Tieren getestet werden. Ist das nicht eine großartige Entwicklung? Doch damit nicht genug!

Mehr Beispiele für Biofabrication

Pilzleder: Myzel, das Wurzelgeflecht von Pilzen, wird in speziellen Formen gezüchtet und zu einer lederähnlichen Oberfläche verarbeitet. Wie cool das aussehen kann, beweist zum Beispiel das Label Agazi mit schicken High Heels aus Pilzleder – ihre Sneaker sind übrigens meistens aus Apfel-, Trauben- und/oder Maisleder… Schau sie dir an, gibt’s bei Avocadostore!

Biolumineszente Lampen: Durch das Einsetzen von leuchtenden Mikroorganismen entstehen Lichtquellen, die ohne Strom funktionieren. Noch sind sie ein Design-Experiment, könnten aber in Zukunft energiesparende Alternativen zu LED sein.

Algenbasierte Materialien: Für die Textilproduktion werden die photosynthetischen Eigenschaften von Algen genutzt, um nachhaltige Biopolymere herzustellen. Unternehmen entwickeln Verfahren, bei denen diese Biopolymere entweder zu Fasern versponnen oder als umweltfreundliche Beschichtung auf bestehende Stoffe aufgebracht werden.

Selbstheilender Beton: Ein niederländisches Forschungsprojekt beschäftigt sich mit einem Bakterium, welches Kalk produzieren und Risse im Beton verschließen kann. Er findet bereits Verwendung in Brücken und Tunneln. Ein revolutionärer Ansatz, denn die Produktion von verursacht weltweit acht Prozent der Treibhausgase.


Quellen: ZDF, Tagesschau