Bambusgeschirr mit Kunststoffanteil – gesundheitlich und ökologisch bedenklich?

Avocadostore ist ein Online-Marktplatz, auf dem verschiedene Händler ihre nachhaltigen Produkte anbieten. Wichtig ist, dass jedes angebotene Produkt eine nachhaltige Alternative ist und mindestens einem unserer zehn Nachhaltigkeitskriterien entspricht.

Deshalb hatten wir auch Mehrweggeschirr aus Bambus auf dem Marktplatz, zum Beispiel Coffee-to-go-Becher. Dieses Geschirr hilft schließlich, Müll zu vermeiden und ist somit eine nachhaltige Alternative zu Einweggeschirr. Doch neueste Testergebnisse von Stiftung Warentest haben jetzt gezeigt, dass dieses Geschirr oft gar nicht so nachhaltig ist, wie es scheint und sogar gesundheitsgefährdend sein kann.

Nachdem wir gründlich zu dem Thema recherchiert und mit dem Umweltberater Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg gesprochen haben, sind wir zu dem Entschluss gekommen, Bambusgeschirr mit Kunststoffanteil nicht mehr über unseren Marktplatz zu verkaufen.

Hier haben wir die wichtigsten Fakten für euch mal zusammengetragen:

Was ist das Problem an Bambusgeschirr mit Kunststoffanteil?

  • Gesundheitliche Bedenken
    Dieses Geschirr wird meistens nur als „Bambusgeschirr“ deklariert. Der Name suggeriert, dass es sich dabei um ein Naturprodukt handelt. Dem ist aber nicht immer so: Das Geschirr besteht oft zu einem großen Teil aus Kunststoffen, wie zum Beispiel Melaminharz oder Harnstoff-Formaldehydharze – auch wenn das nicht immer auf der Verpackung ausgewiesen wird. „Die Kunststoffe haben den Nachteil, dass sie unter bestimmten Bedingungen ihre Bausteine Formaldehyd und Melamin an die Lebensmittel abgeben und so Schadstoffe in unsere Speisen und Getränke gelangen“, erklärt Umweltberater Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg. Das passiert zum Beispiel, wenn die Lebensmittel heißer als 70 Grad sind, aber auch wenn das Geschirr im Geschirrspüler über 70 Grad heiß gewaschen wird. Auch säurehaltige Lebensmittel, zum Beispiel Kaffee oder Tomatensoße, können die Oberfläche des Geschirrs angreifen. Auch dann lösen sich Partikel und gehen in Lebensmittel über. Das kann übrigens auch passieren, wenn man mit Besteck über die Oberfläche kratzt. Das ist gesundheitlich bedenklich, denn Formaldehyd wurde als „wahrscheinlich krebserregend“ beim Menschen eingestuft. Melamin kann zu Schäden an Blase und Nieren führen.
  • Ökologische Bedenken
    Bambusgeschirr wird teilweise als „biologisch abbaubar“ deklariert. „Klar, Bambus ist ein Naturprodukt und somit kompostierbar, durch die Beimischung von Kunststoffen kann das Geschirr aber nicht biologisch abgebaut werden“, sagt Jorde. Stattdessen wird es meistens mit dem Hausmüll verbrannt – nicht sehr umweltfreundlich.

Was sind die besseren Alternativen?

Mehrweggeschirr und Coffee-to-go-Becher gibt es auch aus anderen Materialien, zum Beispiel aus Edelstahl, Glas oder Porzellan. Thermobecher, beispielsweise aus Edelstahl, haben außerdem den Vorteil, dass sie das Getränk auch warmhalten. Es gibt übrigens auch Kunststoff-freies Bambusgeschirr. Dieses Geschirr erkennt ihr daran, dass die Bambusfasern noch ganz klar zu sehen sind. Die Oberfläche ist also nicht glatt.

Geschirr aus Maisstärke

Es gibt auch Mehrweggeschirr aus Maisstärke. Auch dieses Geschirr hat einen hohen Kunststoffanteil, Maisstärke dient nur als Füllstoff. Auch bei diesem Geschirr besteht die Gefahr, dass sich unter bestimmten Bedingungen (zum Beispiel Hitze oder Säure) Schadstoffe daraus lösen und in die Lebensmittel gelangen. Außerdem ist das Geschirr nicht biologisch abbaubar. Auch hier wird der Kunststoffanteil nicht immer auf der Verpackung ausgewiesen, deshalb haben wir uns entschieden, auch kein Geschirr aus Maisstärke mehr über unseren Marktplatz zu verkaufen.