Textilproduktion: Der Weg eines T-Shirts

Die Baumwollproduktion

Im ersten Produktionsschritt müssen Rohstoffe beschafft werden. Hauptbestandteil eines T-Shirts ist die Baumwolle. Diese wächst am besten in den tropischen und subtropischen Gebieten unserer Erde. Neben China, den USA und Brasilien sind die Länder der Subsahara Afrikas die Hauptproduzenten von Baumwolle. Die Baumwolle braucht zum Wachsen enorm viel Wasser, weshalb die Plantagen oftmals zusätzlich künstlich bewässert werden. Dieser hohe Wasserverbrauch kann dabei schlimme Folgen für die Wasserreserven haben oder sich schlecht auf die Böden auswirken, so können diese nicht mehr nachhaltig genutzt werden.
Bekanntes Beispiel dafür ist der Aralsee, welcher aufgrund des massiven Wasserverbrauchs um 90 % seiner Ursprungsgröße geschrumpft ist. Des Weiteren werden gerade in großen Anbauflächen für Baumwolle massiv Pestizide eingesetzt, was zu verheerenden Folgen für Mensch und Natur führen kann.

Von der Baumwolle zum Garn

Im nächsten Produktionsschritt wird die geerntete Baumwolle zu Garn gesponnen. Dieser wird allerdings selten in den Anbauländern der Baumwolle vorgenommen. So werden lediglich 3 % der in Afrika produzierten Baumwolle auch vor Ort weiterverarbeitet, der Rest wird nach China, Indien, Bangladesch oder Vietnam verschifft.

Weiterverarbeitung zum Stoff

Das zuvor gesponnene Garn wird nun zu einem Stoff gewebt und eingefärbt. Dies erfolgt oft in China. Dort ist die Verarbeitung besonders günstig, da zum einen wenig Rücksicht auf die Umwelt genommen wird, zum anderen die Lohnkosten sehr gering sind. So landen die eingesetzten Chemikalien zum Färben ungefiltert in den Flüssen und Verschmutzen diese, sowie das Grundwasser.

Konfektion zum fertigen T-Shirt

Im nun letzten Schritt entsteht aus dem Stoff das fertige T-Shirt (auch Konfektion genannt), welches anschließend in unseren Einkaufsläden zu finden ist. Dieser Produktionsschritt ist sehr arbeitsintensiv, weshalb er nicht von Maschinen übernommen werden kann. Gerade deshalb findet er in der Regel in Ländern mit niedrigen Lohnkosten statt.

Als in China die Lohnkosten vor einigen Jahren anstiegen, verlagerte sich die Produktion nach Bangladesch, Indonesien oder Vietnam. Eine Näherin in Bangladesch verdient dabei lediglich 83 Euro im Monat bei 60 Stunden Arbeit die Woche, was oft gerade so zum Überleben reicht.

Der Weg nach Deutschland

Nach der Konfektion wird dann das T-Shirt nach Deutschland verschifft und landet dort in unseren Kaufhäusern. Hier verbleibt auch der Großteil des bezahlten Preises. Über die Hälfte der Einnahmen gehen nämlich an den Einzelhändler und die Marke. Die Näherin dagegen bekommt lediglich unter 1 % des im Laden bezahlten Preises.

Ein T-Shirt, dessen Baumwolle beispielsweise aus den USA stammt, in der Türkei zu Garn gesponnen wurde, in Taiwan weiterverarbeitet, in China genäht und anschließend nach Deutschland verschifft wurde, hat dabei eine Strecke von etwa 27.535 km zurückgelegt.

Quellen: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Tagesschau